Für einem freiwilligen Verzicht auf Eier
aus Käfighaltung
Das neue Tierschutzgesetz verbietet
in Österreich ab 2009 die Hühnerhaltung in Legebatterien.
Ohne den Verzicht auf Kauf oder Verarbeitung von Eiern aus Käfighaltung
ist das neue Gesetz allerdings nur die Hälfte wert. Daher
hat sich rund um Michael Aufhauser eine neue Initiative formiert:
„Essen ohne Käfig“ hat sich das Ziel gesetzt,
Verbraucher, Hersteller, Gastronomie und Handel zum freiwilligen Verzicht
auf Käfigeier zu motivieren. Ein Kontrollzeichen für Produkte,
aber auch für Restaurants und Großküchen soll den Konsumenten
darüber informieren, wer mit gutem Beispiel voran geht und keine
Käfigeier mehr verwendet.
Das neue Tierschutzgesetz ist
ein beachtlicher Schritt in die richtige Richtung. Aber es verbietet
nur die Käfighaltung, nicht den Verkauf oder die Verwendung von
Käfigeiern. Um zu verhindern, dass nun Käfigeier aus dem Ausland
den österreichischen Markt überfluten, rufen wir gemeinsam
mit allen verantwortungsbewussten Unternehmen und Konsumenten zum freiwilligen
Verzicht auf. Es ist jetzt die Zeit gekommen, dass Lebensmittelhersteller,
Restaurants, Handel und die Verbraucher selber ein Zeichen setzen und
damit ausdrücken, dass sie keine Eier aus Käfigen wünschen.

Das sagen Prominente zu "Essen ohne Käfig"
3 Fragen an Dr. Helmut Zilk
Frage: Herr Dr. Zilk – während Ihrer Amtszeit als Oberbürgermeister und Landeshauptmann
von Wien haben Sie die Käfighaltung für Hühner verboten.
Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
Antwort: Es ist seit
langem bekannt, dass diese Art der Hühnerhaltung tierquälerisch
ist und bei aller Anerkennung der Nützlichkeit daher abzulehnen.
Ich stand immer auf dem Standpunkt, wenn man etwas erkennt, muss man
etwas dagegen tun. Deshalb wurde in Wien auch diese Entscheidung getroffen,
wobei ich dazu sagen muss, dass es in Wien schon leichter war, eine
solche Entscheidung durch zu bringen, da die Hühnerhaltung in Wien
ja nicht die wirtschaftliche Bedeutung hat wie woanders in Österreich.
Frage: Wenn die Käfighaltung
ab 2009 in Österreich verboten wird, sollte dann in der Folge nicht
auch der Verkauf von Käfig-Eiern verboten werden? Ist ein solches
Verbot realistisch und machbar?
Antwort: Ich teile durchaus
die Meinung, dass man dann natürlich auch den Verkauf verbieten
sollte, aber die Problematik liegt darin, in welcher Weise man die Kontrolle
darüber haben und wie man einen Verkauf dann verbieten kann. Ich
denke, man sollte in erster Linie nicht über Verbote nachdenken,
sondern dafür werben, dass es auch in anderen europäischen
Ländern die gleichen Maßstäbe gibt – so wie Menschenrechte
gleich sind, soll es auch bei Tierrechten behandelt werden.
Frage: Sind Bauern für
die gute Haltung von Tieren unverzichtbar?
Antwort: Tierschutz
und die gute Haltung der so genannten Nutztiere und der Erhalt des kleinen
und mittelständischen landwirtschaftlichen Betriebes gehören
zusammen. Nichts wäre schrecklicher als das Aussterben dieser Bauern,
auch aus der Sicht der Landschaftspflege und der Wichtigkeit für
das geistige Leben unseres Landes.

Dagmar Koller:
Warum ich die Initiative „Essen ohne Käfig“ unterstütze...
Mir tut jedes einzelne Huhn leid, das in Dunkelheit,
auf einem Platz, kleiner als ein DIN-A4 Blatt, mit nacktem Körper
leben muss. Die Initiative ist deshalb so besonders wichtig, weil sie
diese Art der Haltung ganz klar als Tierquälerei entlarvt. Das
muss in die Köpfe aller, sonst gibt es plötzlich eines Tages
unter dem Motto „Europagesetz“ noch einen Rückzieher.
Früher hat man nicht darüber nachgedacht. Heute weiß
man viel mehr über das Leid der Tiere. Das muss einfach Konsequenzen
haben. Sonst würde sich ja nichts ändern.
Die meisten Österreicher kaufen nicht wissentlich
Käfigeier. Die Kennzeichnung der Eier im Supermarkt muss noch viel
auffälliger gemacht werden. Produkte von Tieren, die gequält
wurden, sollten erst gar nicht verkauft werden dürfen. Der würdevolle
Umgang mit Tieren ist ein Kulturanliegen. Eine Frage, wie mit dem Schwächeren
umgegangen wird. Deshalb sind es nicht nur die Politiker, die gefragt
sind, sondern jeder einzelne Verbraucher. Jeder kann etwas ausrichten.
Aus diesem Grund finde ich Aufklärung so sinnvoll. Je mehr Menschen
Bescheid wissen über die Not der Tiere, desto größer
wird die Anzahl derer, die durch ihr Kaufverhalten Druck ausüben
können.
Mit dem Emblem „Essen ohne Käfig“
auf der Karte oder am Buffet wäre schon einiges geklärt. Die
Restaurants, die ihre Karte mit so einem Emblem versehen, schätzen
ihre Gäste richtig ein. So ein Emblem wäre sicherlich der
schönste Gruß aus der Küche. Dann erübrigt sich
auch das Nachfragen. Aber in Restaurants, die dieses Emblem noch nicht
haben, sollte man schon nachhaken. Das könnte dann ja auch eine
Anregung für den Restaurantbesitzer sein, bei dieser Initiative
mitzumachen.
Uschi Glas zur Initiative
„Essen ohne Käfig“
„Die Haltung von Legehennen im Käfig ist
Tierquälerei. Das wurde schon in den vergangenen Jahrzehnten immer
wieder von Wissenschaftlern und Tierverhaltensforschern bestätigt.
Aber das sollte jedem klar sein, auch ohne wissenschaftliche Begründung.
Die Abschaffung der Legehennenhaltung in Käfigen ist schon längst
überfällig. Was ich überhaupt nicht verstehe sind die
langen Übergangsfristen. Ich halte es für unverantwortlich,
Hühner in Käfige zu setzen angesichts des Wissens um ihr offensichtliches
Leid. Einfach nach dem Motto: „Pech gehabt, du fällst in
die Übergangsphase.“ Das zeigt wenig Achtung vor dem Leben.
Die lange Übergangsfrist betrifft viele Millionen Hühner.
Deshalb halte ich die Initiative „Essen ohne Käfig“
für einen wichtigen Schritt, das neu geschaffene Gesetz zu untermauern.
So haben die Verbraucher wenigstens die Chance, ein ernsthaftes Zeichen
zu setzen – für eine anständige Hühnerhaltung
Wie geben Sie persönlich - als Person
der Zeitgeschichte und größter Prominenz - Ihrer Einstellung
Ausdruck? |